Marko Schiemann schreibt Aschermittwochs-Geschichte
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Bereits seit 1992 lädt Marko Schiemann, Mitglied des Sächsischen Landtages, zum Politischen Aschermittwoch in die Oberlausitz-Metropole Bautzen-Budyšin ein. Zwei Mal musste er sich allerdings dem coronabedingten Versammlungsverbot beugen und die Veranstaltung ausfallen lassen. Damit kann das dienstälteste Mitglied des Sächsischen Landtages auch für sich in Anspruch nehmen, den traditionsreichsten Politischen Aschermittwoch im Freistaat zu organisieren und das in vielerlei Hinsicht. Die Teilnehmerzahlen sich zum einen stets zwischen 350 und 800 Teilnehmern und zum anderen waren seine (inter-)nationalen Gäste stets welche von Rang und Namen. Vom Bundestagspräsidenten, über Bundesminister, Landtagspräsidenten, Ministerpräsidenten, Sächsische Staatsminister und hochrangige politische und wirtschaftliche Verantwortungsträger auf Bundes- und Landesebene - kurz: zu Schiemann kamen sie alle! 2026 sorgten Jiři Čistecký, Botschafter der Tschechischen Republik mit seinem Grußwort und danach Christian Hartmann, Mitglied des Sächsischen Landtages und Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion mit seiner Aschermittwochs-Rede für einen nahezu bis auf den letzten Platz gefüllten Saal in der Stadthalle „Krone“ von Bautzen-Budyšin. Beide hatten sich am Nachmittag während eines 60-minütigen Gespräches mit Dawid Statnik, Vorsitzender der Domowina, dem Dachverband Lausitzer Sorben und weiteren Vertretern dieser nationalen Minderheit in der Bundesrepublik zu aktuellen Herausforderungen getroffen. Schwerpunkt des Gesprächs war die angespannte Lehrersituation und wie der südliche Nachbar unseres Freistaates dazu beitragen kann, sie zu lindern. Am Abend fand Marko Schiemann dann klare Worte zum Extremismus gleich aus welcher Ecke er kommt. Ein zweiter Schwerpunkt seiner Rede waren die (nicht nur seiner Ansicht) ungenügenden Rahmenbedingungen zur Schaffung von Ersatzarbeitsplätzen, die durch den Wegfall der Braunkohleverstromung in der Lausitz dringend benötigt werden. Seiner Ansicht nach besteht hier noch ein enormer Nachholebedarf. Ähnlich kritisch bewertete Schiemann die Realisierung der verbesserten Anbindung der Oberlausitz an die wirtschaftlichen Zentren in Polen, Tschechien und Dresden. Ohne den Ausbau der Bundesautobahn A4 und die längst überfällige Elektrifizierung der Bahnstrecke Dresden-Görlitz ist die Oberlausitz nicht überlebensfähig, mahnte der Gastgeber des Abends. Jiři Čistecký verband an gleicher Stelle seine Grüße und Glückwünsche mit dem Versprechen, sich auch künftig für eine stabile und zuverlässige Zusammenarbeit mit dem Freistaat Sachsen unter der „neuen“ Regierung einzusetzen. Schließlich arbeiten 20.000 Tschechen ständig in Sachsen, jeder Zweite hat sogar in Deutschland seinen aktuellen Wohnsitz. Marko Schiemann hatte zuvor darauf aufmerksam gemacht, dass Tschechien mit einem Handelsvolumen von jährlich rund fünf Milliarden Euro mit Abstand der größte Handelspartner des Freistaates ist. Danach klare Worte von Christian Hartmann während des Politischen Aschermittwoch. Wir haben wahrlich kein Erkenntnisproblem, was sich in Deutschland ändern muss, um aus der Rezession herauszukommen. Wir müssen Belastungen zurückführen, Strukturen verschlanken und Pauschalen statt Förderbürokratie einsetzen, um kommunale Selbstverwaltung wieder wirksam werden zu lassen. Und der Sozialstaat muss wieder als Hilfe zur Selbsthilfe wirken. Und wir müssen uns der europäischen Stärke durch Zusammenarbeit bewusst sein, wie der Botschafter der Tschechischen Republik Jiří Čistecký zu Recht deutlich machte… so die immer wieder durch Beifall begleitete Hartmannsche Kernbotschaft. Danach gab es wieder ein geschichtsträchtiges Gastgeschenk und Bautz‘ner Senf für die Redner. Nach dem gemeinsamen Gesang der „Oberlausitz-Hymne“ folgte eine knappe Stunde der individuellen Gespräche und Selfies mit den Gästen. Was bleibt, ist die Vorfreude auf Marko Schiemanns Politischen Aschermittwoch Nummer 33, er fällt übrigens auf den 10. Februar 2027 und ist damit noch eine Woche früher als dieses Jahr. |